Forum / Wissenschaft / Intelligenzquotienz = IQ
Samstag, 7 November 2009 um 02:40
Gismo_114
Nach anerkannter Methode wird die Intelligenz eines Menschen mittels des IQs ermittelt, doch ich finde, dies ist kein zuverlässiger Indikator für eine tatsächlich vorhandene Intelligenz.
Ich will mal folgende Beispiele nennen:
Albert Einstein hatte einen IQ in Höhe von 148, Johann-Wolfgang von Goethe einen IQ von 210, Bill Gates in Höhe von 160 und Stephen W. Hawking hat einen IQ von 240.
Albert Einstein sagte von sich selbst aber, daß er nicht besonders intelligent gewesen sei, sondern lediglich viel Phantasie hatte und daher auf die Relativitätstheorie kam. Im täglichen Leben war er sogar unfähig, die einfachsten Dinge zu verrichten. Er konnte nicht kochen und keinen Haushalt führen und war daher zeitlebens immer auf die Hilfe anderer angewiesen.
Aus diesem Grund ging er sogar eine Zweckehe mit seiner Cousine ein, damit sie den Haushalt für ihn führte.
Ein anderer Fall ist mir aus dem Fernsehen bekannt, wo man Inselbegabungen bei sogenannten Authisten ermittelte. Dabei erstaunen uns die schier übermenschlichen Fähigkeiten der Authisten. Da gibt es einen jungen Mann, der eine besondere Beziehung zu zahlen hat und im Kopf komplizierteste mathematische Gleichungen berechnen kann, die noch nicht einmal ein Taschenrechner ermitteln kann, weil die Anzahl der Stellen einfach zu hoch sind. Er errechnet sie im Kopf in sekundenschnelle und jede Antwort ist richtig. Die Zahl Pi (π) stellt für ihn kein Problem dar und er kann sie bis zur 100. Nachkommastelle locker aufzählen !
Ein anderer junger Mann, auch ein Authist, konnte die gesamte Stadt London AUS DEM GEDÄCHTNIS heraus korrekt auf Leinwand malen. Dabei stimmten sogar sämtliche Details, wie zum Beispiel die Anzahl der Fenster bei den Gebäuden und vieles mehr. Da fragt man sich doch, WIE IST DAS NUR MÖGLICH ????
Ein IQ-Test ermittelt Fähigkeiten, die bei heutigen Menschen als STANDARD vorausgesetzt wird, dabei wird logisches Denken, Mathematik, räumliches Denken, sowie Allgemeinwissen aus allen möglichen Bereichen abgefragt, wie zum Beispiel auch aktuelle Politik uvm.
Allgemeinwissen nimmt einen großen Raum dabei ein und mir ist nicht nachvollziehbar, warum dies so ausschlaggebend für die Ermittlung der Intelligenz ist. Demnach müßten alle Naturvölker der Erde, die von dem Weltgeschehen nichts mitbekommen, alle strohdumm sein, was aber nicht so ist !
Andersherum müßten uns die Naturvölker im Regenwald zum Beispiel für unendlich dumm halten, weil ein Stadtmensch nicht überlebensfähig im Dschungel ist und nicht über 600 Heilpflanzen kennt usw.
Jeder Mensch hat doch seine individuellen Maßstäbe, Stärken und Schwächen, und Genius ist für mich so eine Art Inselbegabung. Außerdem wandeln sich die Ansprüche im Laufe der Zeit. Ein Mensch vor hundert Jahren konnte beispielsweise noch hunderte Obst und Gemüsesorten sicher bestimmen und wußte auch, wie diese als Mahlzeit zubereitet werden können; die heutigen Menschen sind dazu meist nicht mehr in der Lage, weil wir durch Tütensuppen verwöhnt sind und das Wissen im Laufe der Jahrzehnte verloren ging.
Früher konnte noch jeder Mensch sein Brot selbst backen und wie viele Menschen sind heute noch dazu in der Lage??? Dabei ist dies sogar elementares Wissen, daß sogar überlebenswichtig in manch anderen Ländern ist !
Ich bin der Meinung, man sollte dringend einmal grundlegend über die sogenannte Intelligenz nachdenken bzw. neu überdenken. Was meint ihr dazu?
Kommentare 2 Kommentare sortieren:
Abd el Khabir فرنك Moderator Trust (Sonntag, 8 November 2009 um 12:43)
- Marwan_H:
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Marwan مروان Halil (Sonntag, 8 November 2009 um 12:27)
Natürlich wird der IQ überbewertet, oder genauer gesagt, fast immer fehlinterpretiert.

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Wenn ich das richtig verstanden habe, "misst" ein IQ Test bestimmte geistige Fähigkeiten und gibt sie als relativen Punktwert, der in einer Population so normiert wird, das seine Verteilung der Normalverteilung folgt, an. Interessanter Weise sind diese Test so Kultur- oder Populationsabhängig, das sie alle paar Jahre mal neu normiert werden müssen, damit der Erwartungswert wieder bei Hundert landet. (Stichwort Flynn-Effekt, 3 Punkte pro Dezenium)
Es handelt sich also um eine Kennzahl, die sicher irgendwie mit den allgemein unter Intelligenz verstandenen kognitiven Fähigkeiten korreliert ist, aber eben ein relativ komplexes individuelles Fähigkeitsmuster auf eine Zahl reduziert.
Wir alle kennen Kennzahlen aus unterschiedlichsten Bereichen, ob es sich nun um Impactfaktoren oder den Modernisierungsindex der europäischen Eisenbahnen im Lichte der EU (De)regulierungen handelt. Benchmarking, das auf solchen mehr oder weniger zweifelhaften Messgrößen beruht, ist ja sozusagen ein Lieblingsspielzeug von Beratern und Evaluatoren aller Art. Was mich
daran stört, ist nicht der ehrenwerte Versuch, komplexe kognitive oder wirtschaftliche Zusammenhänge unter einer bestimmten Frageperspektive zu objektivieren, sondern der fehlgeleitete Absolutheitsanspruch mit dem anschließend aus solchen nur vorgeblich objektiven Messungen Schlussfolgerungen in weitesten Bereichen begründet werden, ohne zu berücksichtigen, das zwar eine naturwissenschaftliche Methodik angewandt wurde (das Messbare messen), aber die Ergebnisse des Messprozesses auf keinen Fall die "Objektivität" und Absolutheit beanspruchen können, wie sie meinetwegen der Wert von Naturkonstanten hat . Nach herrschender Theorie ist ja z.B. die Lichtgeschwindigkeit überall im Universum zu allen Zeiten eine Konstante, und es gibt ziemlich gute Gründe zu glauben, das das stimmt. Der IQ dagegen kann im günstigsten Fall darüber Aufschluss geben, wie sich ein Mensch relativ zu seinen Mitmenschen bei der Bewältigung solcher Tests anstellt (klar, es gibt die verschiedensten Testverfahren, schließlich gibts ja auch viele Psychologen die davon eben...), und das Ergebnis hängt offenbar vor allem von eben dieser Vergleichspopulation ab, die zur Normierung herangezogen wird. (Kein Mensch kann wahrscheinlich eine vernünftige Schätzung des IQ's von Platon, Cicero, Mohammed oder Shakespheare abgeben, und es währe schon sehr spannend, zu sehen, wie sich Archimedes geschlagen hätte, wenn man ihm so einen Mensa-Test vorgelegt hätte
Mit den Fähigkeiten eines Menschen, sein Leben erfolgreich zu bewältigen, charmant oder Attraktiv zu sein, guten Sex zu haben oder eine gute Partnerschaft zu führen scheint das relativ wenig zu tun zu haben, auch wenn die Prediktionsgüte im Hinblick auf die Lebensperspektive in Extrembereichen des IQ logischer Weise zunimmt.
(Natürlich ist eine gewisse Intelligenz notwendig um bestimmte Aufgaben erfolgreich zu bewältigen oder herausragende Leistungen als Wissenschaftler, Unternehmer oder Entertainer zu vollbringen.
Andererseits kenne ich aus Erfahrung beruflich äusserst erfolgreiche Menschen die wahrscheinlich einen hohen IQ haben aber gerade deshalb erfolgreich sind, weil sie ziemlich soziopathische Züge offenbaren, und ebenso erfolgreiche Manager, deren IQ wahrscheinlich nicht überragend ist, die aber ein ausgeprägtes Machtbewusstsein und eine hohe emotionale Kompetenz besitzen. Nach sehr unglücklichen Menschen mit einem hohen IQ muss man, glaub ich, auch nicht länger suchen als nach sehr glücklichen Menschen mit einem niedrigen IQ. Und eine Statistik die zum Beispiel den Zusammenhang von IQ und Vermögensverteilung untersucht wär auch mal ganz spannend, ich fürchte sie würde offenbaren, das die Zusammenhänge eher lose sind, der Volksmund glaubt ja sogar das die dümmsten Bauern die dicksten Kartoffeln haben
Wenn es schließlich zu der Frage kommt, ob ein bestimmter IQ für guten Sex oder befriedigende Beziehungen hinreichend oder notwendig ist, dann denke ich, hängt das sehr von den Mustern ab, denen jemand folgt.
Ich persönlich finde mein Glück eher in einer symmetrischen Situation, in der ich mit meiner Partnerin das Kopfkino anwerfen kann, ohne das es gleich stottert, gute, von Verstehen geprägte Gespräche führen kann, auch im Alltag ungefähr auf einer Ebene agiere (was hilft mir die brave Hausfrau, wenn ich mich nicht über perfekt gewischten Staub freuen kann und sie nicht versteht, worüber ich mir gerade den Kopf zerbreche, oder wenigstens, warum...)
Andere wiederum schätzen, und da gibts Männer wie Frauen, eher das asymmetrische Modell. Das wird dann, kurz und diskriminierend mit dem Spruch "dumm f.ickt gut" umschrieben.
Generell hat der F.etischcharakter mit dem der IQ manchmal versehen wird wohl eher etwas mit der allgemein gewordenen ökonomisierung aller Lebensbereiche zu tun, die das Märchen verbreitet alles ließe sich messen und quantifizieren in dem Wahn, man könnte das Risiko was nun mit Entscheidungen im allgemeinen verbunden ist immer und überall mit solchen "objektiven" Bewertungen minimieren.
In bestimmten Bereichen hat das seine Berechtigung, aber ich möchte mich zum Beispiel nicht in einer Partnerbörse nach einem mehr oder weniger ausgeklügelten Verfahren mit meinem Wunschpartner "matchen" lassen, sondern Vertraue (ich armer Irrer) darauf, das mir schon die "richtige" Frau zur richtigen Zeit begegnet. Wo der ganze Mensch das Maß der Dinge ist, werf ich mit Wollust und Vergnügen alle zusammengefrickelten Maßstäbe der Welt über Bord und bin ganz ich und auch mal unvernünftig Tier, und wer mir dann mit IQ's, Pheromonkonzentrationen oder Pupillengrößen kommt, der soll sich in seinem Labor verkriechen und sich dort selbst beglücken.
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