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Der Ursprung des Donners
Der Ursprung des Donners
Weisst Du, dass Bäume reden ? Ja, sie reden. Die sprechen miteinander, und sie sprechen zu dir, wenn du zuhörst. Aber die weissen Menschen hören nicht zu. Sie haben es nie der Mühe wert gefunden, uns Indianer anzuhören, und ich befürchte, sie werden auch auf die anderen Stimmen in der Natur nicht hören. Ich selber habe viel von den Bäumen erfahren : manchmal etwas über das Wetter, manchmal über Tiere, manchmal über den Grossen Geist
Einst ging ein Indianer zum Jagen. Er startete vom Ostarm des Flusses Penobscot, kam zur Mündung eines anderer Armes, der in den Ostarm fliesst, und folgte ihm bis zum Fusse des Mount Katahdin. Dort ging er viele Tage lang allein auf die Jagd und traf niemanden, bis er eines Morgens im Winter die Spuren von Schneeschuhen entdeckte. Er kehrte zu seinem Lager zurück, aber am nächsten Tag traf er an einem weit entfernten Ort wieder auf diese Spuren. Und so geschah es, wo immer er auch hinging, die Spur erreichte ihn jeden Tag.
Er nahm das als ein Zeichen, das er beachten sollte, und folgte der Spur, und sie führte auf den Berg Katahdin - was soviel bedeutet wie " der grosse Berg " -, bis sie sich in einer festen Schneeschuh- Strasse verlor, die von vielen Reisenden ausgetreten worden war. Da sie fest und eben war, zog er seine agahmook, oder Schneeschuhe, aus und ging die Strasse weiter hinauf, es war ein seltsamer Pfad, und seltsam war auch sein Ende, denn er hörte vor einem Fels auf, der einer riesigen Mauer glich und an dessen Fuss sich eine Plattform befand. Es gab eine Reihe von Hinweisen auf viele Menschen, aber er saah keinen einzigen. Und als er dort verweilte, wurde es immer seltsamer. Schliesslich hörte er ein Geräusch wie von sich nähernden Schritten - aber innerhalb der Mauer -, und dann trat, hoppla !, ein Mädchen dierekt aus dem Abgrund auf die Plattform. Obwohl das Mädchen unglaublich schön war, hatte er Angst. Sie antwortete auf jeden seiner Gedanken mit Worten, die so süss und freundlich und klug waren, dass er bald seine Angst verlor, obwohl er sah, dass sie eine mächtige m'teoulin, das heisst grosse magische Kraft, hatte. Und da sie beide sich sehr aneinander freuten und einander so begehrten, nannte er sie " Igmu " , dann bat sie ihn, sie zu begleiten, und zwar mitten hindurch durch den Fels. << Hab keine Angst >> , sagte sie. << sondern schreite tapfer voran !>> Er gehorchte, und siehe da !, der Fels war wie Luft und machte ihm Platz. Die ganze Zeit, die sie gingen, redete das Mädchen mit ihm und beantwortete seine Gedanken, obwohl er sie nicht aussprach. Bald kamen sie zu einer grossen Höhle tief drinnen, und dort sass ein alter Mann an einem Feuer und hiess sie wilkommen.
Den ganzen Tag behandelte ihn das seltsame Paar sehr freundlich, nie in seinem Leben war er so glücklich gewesen. Als die Nacht näher kam, sagte der Mann zu seiner Tochter : Kannst du etwas von deinen Brüdern hören ? Sie ging hinaus auf die Terrasse und sagte, als sie wiederkam : Nein. Bald fragte er sie wieder, und sie ging und kehrte zurück wie vorher und antwortete : Jetzt höre ich sie kommen. Sie lauschten, und siehe da!, nun kam von draussen ein Donnerschlag mit einem Blitz, und aus dem Licht traten zwei junge Männer von grosser Schönheit, aber gewaltig wie Riesen und mit furchterregenden Mienen. Und wie bei ihrem Vater waren ihre Augenbrauen aus Stein und ihre Wangen wie Fels. Die Schwester erzählte dem Jäger, dass ihr Vater ihnen immer, wenn sie fortgingen, was alle paar Tage geschah, sagte: Erhebt euch meine Söhne! Die Zeit für euch ist gekommen, hinaus in die Welt zu gehen und unsere Freunde zu retten. Geht nicht zu nah an die Bäume, aber wenn ihr etwas seht, das denen, die wir lieben, Schaden bringt, schlagt zu spart nicht dabei! Wenn sie dann losgingen, flogen sie hoch hinauf über die Wolken.So wurde der Donner und der Blitz geschaffen, deren Heim der mächtige Katahdin ist. Und wenn der Donner rollt, schiessen die Brüder auf die Feinde ihrer Freunde. Als nun der Tag vorüber war, kehrte der Jäger nach hause zurück, und als er ankam, fand er heraus, dass er sieben Jahre fortgewesen war. -
Gespräch zwischen zwei Seelen
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